Archiv 1977: Sommer im Kibbutz Mesilot in Israel
Acht Wochen Erlebnissommer pur als Volunteer im Kibbutz Mesilot in Galiläa. In den 1970er Jahren reisten jährlich über 10.000 Freiwillige aus aller Welt in israelische Kibbuzim, wobei Österreich durch Organisationen wie Ökista stark vertreten war. Drei jahre später sollte ich einen weiteren Kibbutzsommer in Israel erleben.

1977 war es in Israel relativ friedlich. Hier bin ich vor einem der zahlreichen Luftschutzkeller, die als Discotheken und Gemeinschaftsräume fungierten.

Die Ökista (Österreichische Kibbutz-Studienreisen) war in den 1970er Jahren eine der Hauptentsendeorganisationen für junge Österreicher, die einen Freiwilligendienst in einem israelischen Kibbutz absolvieren wollten. Im Jahr 1977 befand sich das Freiwilligenprogramm auf dem Höhepunkt seiner Popularität, angetrieben vom Wunsch junger Menschen, das ländliche Kollektivleben und die israelische Kultur hautnah zu erleben.

Erste Begegnung mit Israelis im ELAL-Flugzeug nach Tel Aviv


Willkommen im Kibbutz Mesilot in Israel!
Erste Eindrücke vom Paradies bringt ein Besuch in Gan haSchloscha bzw. Sachne, nur wenige Kilometer vom Kibbutz entfernt:

Der Gan haSchloscha (hebräisch גַּן שְׁלוֹשָׁה Gan ha-Schlōschah, deutsch ‚Garten der drei‘) bzw. Sachne (arabisch الساخنة, DMG as-Sāchina ‚das Heiße‘) ist ein israelischer Nationalpark am Nordrand der Gilboa-Berge unweit von Bet Sche’an.
Kern des Parks sind drei ineinander übergehende Thermalpools mit Wasserfällen und Steinbrücken. Das 28 Grad warme Thermalwasser erlaubt ganzjährigen Badebetrieb.

Das Time Magazine hat den Park zum schönsten Ort Israels und einem der zwanzig exotischsten Plätze der Welt gewählt.

In 1977, Kibbutz Mesilot, located in the Bet She’an Valley in northern Israel, hosted a diverse group of international volunteers as part of the peak Kibbutz Volunteer Program era.

Gemeinsam mit einer Gruppe von jungen ÖsterreicherInnen, unter ihnen auch ein Studienkollege aus Klagenfurt, verbrachte ich einen unvergesslichen Sommer in Israel

International company in the kibbutz

The „Chadar Ohel“ (dining room) was a central hub for social activity, especially during the hot summer months. Volunteers would gather there to relax and talk. The kibbutz served as a place for international volunteers to work and live alongside Israeli members among them many active soldiers, creating a close-knit community.

Social life and good food in the „Chadar Ohel“

Mix of international volunteers from all around the world

Ian Jackson came from New Zealand to stay in the Kibbutz, and later on our farm in Pudlach, at the university in Graz and finally in London

Ian riding through the cotton plantation of Mesilot

Also female Israeli soldiers worked in the kibbutz:


Good Morning Mesilot! Riding to work in the plantations very early in the morning before it got much too hot.

Passing through a peanut plantation (Erdnussfeld)

Im Jahr 1977 war die Arbeit in den Avocado-Plantagen ein zentraler Bestandteil des Alltags für Freiwillige im Kibbuz Mesilot. Für die Pflege der Plantagen wurden unter anderem handgeführte Pfahlrammen verwendet, um Stützen oder Windschutzzäune in den Avocado-Feldern zu installieren.

Im Sommer 1977 arbeiteten Freiwillige in Mesilot oft unter extremen Hitzebedingungen in den Avocado-Hainen. Daher war immer schon um 10 Uhr früh Arbeitsschluss.

Im Jahr 1977 gab es im Kibbutz Mesilot – wie in fast allen israelischen Kibbuzim dieser Zeit – keinen Lohn im klassischen Sinn für Freiwilligenarbeit. Das System basierte auf dem Prinzip der kollektiven Selbstversorgung und unentgeltlichen Mitarbeit.
Anstelle eines Gehalts erhielten Freiwillige folgende Leistungen:
- Taschengeld: Freiwillige erhielten monatlich einen kleinen Barbetrag (oft nur wenige israelische Pfund bzw. Lira), der für persönliche Kleinigkeiten wie Zigaretten, Postkarten oder gelegentliche Ausflüge gedacht war.
- Vollverpflegung: Alle Mahlzeiten wurden gemeinschaftlich im Speisesaal des Kibbutz eingenommen.
- Unterkunft: Die Freiwilligen wohnten in einfachen Gemeinschaftsunterkünften oder speziellen Freiwilligenbaracken auf dem Gelände.
- Wäscheservice & Bedarfsartikel: Arbeitskleidung wurde gestellt und gewaschen; grundlegende Hygieneartikel waren oft über das Kibbuz-Magazin erhältlich
Das Leben und Arbeiten im Kibbutz war damals als ideologischer und kultureller Austausch konzipiert, nicht als Erwerbsarbeit.

Second breakfast in the shades of a grapefruit orchard

Fixing irrigation in the cotton fields

My one and only kibbutz somersault into the great pool of the kibbutz

French and American volunteers

Arbeit auf den Dattelpalmen

Fahrt zu den Olivengärten

Picking olives

Amos, olives office president

Fish ponds of the kibbutz

In 1977, Kibbutz Mesilot, located in the Beit She’an Valley, was an active center for intensive aquaculture, utilizing advanced techniques to manage its fish ponds.

The fishery commonly raised carp, mullet, bass, and tilapia, which remain staple products of the region’s aquaculture.

To manage the heat and high fish density, ponds were aerated for roughly 12 hours nightly using floating pumps. Strong daily westerly winds also helped mix the water naturally.

Der Kibbutz betrieb bereits damals eine bedeutende Milchfarm. Berichten von Freiwilligen zufolge, die 1977 dort arbeiteten, war das Melken der Kühe eine der Hauptaufgaben für die Helfer und Soldaten, die im Kibbutz lebten.



Neben Rindern war und ist der Kibbutz in der Geflügelzucht (Hühner), Fischzucht sowie dem Anbau von Datteln, Oliven und Obstgärten tätig


Israeli Folk Dance (Rikudai Am) war 1977 auf Kibbuzim weit verbreitet, oft als Teil von Feierlichkeiten zu jüdischen Feiertagen oder landwirtschaftlichen Festivals.

How the winds are laughing
They laugh with all their might
Laugh and laugh the whole day through
And half the summer’s night

Joan Baez all the way from Minneapolis, Minnesota live in Mesilot

Kibbutz Mesilot rooftop

Green kibbutz


In 1977 Kibbutz Mesilot was a popular destination for international volunteers who participated in seasonal festivals as part of their communal living experience.

Seasonal & Religious Festivals (August – September 1977)
- Rosh Hashanah (Jewish New Year): Observed on September 13–14, 1977. On a kibbutz like Mesilot, this was typically a major communal event with a festive dinner in the shared dining hall and reflection on the year’s harvest.
- Yom Kippur: Observed on September 22, 1977.
- Sukkot (Feast of Tabernacles): Began on September 27, 1977. This was a central „Harvest Festival“ for kibbutzim, often involving the construction of communal sukkot (booths) decorated with the kibbutz’s own produce.
- End-of-Summer Harvests: August and September were peak times for harvesting summer crops. While not a „festival“ in the modern sense, the completion of specific harvests (like dates or cotton) often culminated in local „Harvest Parties“ or communal celebrations.
