Eine musikalische Komödie / Musik und Gesangstexte von Jerry Herman / Buch von Michael Stewart nach »The Matchmaker« von Thornton Wilder / Deutsch von Robert Gilbert
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Heiratsvermittlerin vermittelt sich selbst – so könnte man die Geschichte von Jerry Hermans Erfolgsmusical in aller Knappheit zusammenfassen. Die lebenslustige Witwe Dolly Gallagher Levi verdingt sich darin als Eheanbahnerin mit sensationeller Erfolgsquote. Kein Wunder, dass der äußerst schwer vermittelbare Horace Vandergelder aus dem New Yorker Vorort Yonkers sich an sie wendet, nachdem er beschlossen hat, zu heiraten. Vandergelder ist zwar reich, doch ausgesprochen kauzig und hält alle Menschen für Idiot*innen – sich selbst natürlich ausgenommen. Dolly fasst schnell den Plan, den Unternehmer selbst zu heiraten, verschafft ihm jedoch zunächst ein Date mit der Hutmacherin Irene Molloy in New York. Während Vandergelder »geschäftlich« verreist, beschließen seine Angestellten Cornelius und Barnaby, die sturmfreie Zeit für einen Ausflug in die Großstadt zu nutzen – wo es sie als Erstes in Mrs. Molloys Hutladen verschlägt, in dem ihr Chef gerade auf Frauenschau geht. So hat Dolly alle Hände voll zu tun, um die Situation zu moderieren …
Nach La cage aux folles präsentiert das Stadttheater Klagenfurt einen weiteren Musical-Hit aus der Feder von Jerry Herman, der über eine Bearbeitung von Thornton Wilder auf die Posse Einen Jux will er sich machen von Johann Nestroy zurückgeht. Neben überragenden Shownummern wie Put On Your Sunday Clothes und dem Titelsong Hello, Dolly! lebt dieses Musical von der Ausdruckskraft der beiden Hauptcharaktere, die in dieser Produktion von Tim Grobe und Carin Filipčić verkörpert werden.
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Hello Dolly
Unterwegs zum Stadttheater Seitenblicke zum Altstadtlauf in Klagenfurt
Whisky-Eis zur Einstimmung
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Musical-Nostalgie am Stadttheater
Zum Saisonausklang am Klagenfurter Stadttheater gibt es noch einmal etwas sehr Unterhaltsames: Das Musical „Hello Dolly“ lässt in der Klagenfurter Fassung den Musicalgeist der 1960er Jahre aus der Wunderlampe des Theaters. (ORF)
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Es ist eine sehr klassische Inszenierung und man könnte sich glatt um einige Jahrzehnte zurückversetzt fühlen, denn Dolly ist eine der bekanntesten Musicalfiguren überhaupt. Seit 1964 gibt es sie und seither ist sie auf allen Musicalbühnen weltweit immer wieder zu sehen und zu hören. (ORF)
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Dolly ist eine Lebefrau, eine Dame der Gesellschaft und auch eine Heiratsvermittlerin auf dem Weg nach New York und ins Glück. Im Musical macht sie selbst Jagd auf den schwerreichen, aber auch schwer konservativen Horace Vandergelder.
Zwei Akte bis zum „Happy End“
Bis zum Happy End dauert es zwei Akte und diese sind angefüllt mit Tanz und Spiel, Slapstick und einem kunterbunten Durcheinander an Begegnungen, Verwechslungen und Liebesspielen. Die Klagenfurter Inszenierung könnte direkt aus der Entstehungszeit des Musicals in den 1960ern stammen. Regisseur Igor Pison sagte dazu: „Seit 15 Jahren mache ich diesen Job und ich habe sowas nie gemacht. Ich finde es sehr spannend, mit diesem Stilmittel zu arbeiten – was bedeutet eine Szene so zu inszenieren, als ob da eine fixe Kamera wäre für eine Stummfilm-Szene.“ (ORF)
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
„Das heißt nicht, dass es seicht ist“
„Ansteckungsgefahr“ besteht auch in Sachen gute Laune, Spielfreude und auch ein bisschen Nostalgie schwingt mit bei dieser Dolly mit, die erholsame Unterhaltung verspricht. Carin Filipc spielt Dolly: „Es heißt nicht, dass es seicht ist, sondern dass sich bei den Zuschauern ein leichtes Gefühl einstellt. Ich möchte, dass die Leute von den Melodien mitgetragen werden, dass sie lachen, aber auch berührt sind von tieferen Dingen, wie Traurigkeit, die auf der Bühne passieren. Ich finde das so schön, weil das alles drin ist.“ (ORF)
Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer
Für alle, die schon immer auf ein Musical gewartet haben, das so richtig klassisch daherkommt, ist diese Dolly wohl ganz genau das Richtige.
Auch der Altstadtlauf ist zu Ende und das Public Viewing und der Lindwurm freuen sich schon auf die Fans der Fußballweltmeisterschaft, die in ein paar Wochen beginnt